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Schweizer Bevölkerung steht der Luftfahrt positiv gegenüber

04. Mai 2026: Eine repräsentative Sotomo-Studie im Auftrag von Aviationssuisse zeigt: Die Schweizer Bevölkerung sieht die Luftfahrt positiver als oft angenommen und will verlässliche Rahmenbedingungen für die Branche. Klar ist für die Bevölkerung auch: Klimaschutz in der Luftfahrt ist wichtig – aber er soll wirksam und auf technologischen Innovationen im Flugverkehr basieren.

61 Prozent der Bevölkerung bewerten Flugreisen positiv. 55 Prozent sind stolz auf die Schweizer Luftfahrt, und 67 Prozent sehen die Luftfahrt eher als Chance denn als Belastung für die Schweiz. Vier von fünf Befragten halten die Luftfahrt zudem für wichtig für die Schweizer Wirtschaft. Die Studie zeigt, wie gut verankert der Nutzen der Luftfahrt bei der Schweizer Bevölkerung ist. Dies entgegen dem Eindruck, der aus dem öffentlichen Diskurs gewonnen werden kann. Regine Sauter, Präsidentin von Aviationsuisse und Nationalrätin FDP, sagt: «Die Studie zeigt klar: Die Schweizer Bevölkerung weiss, wie wichtig eine gute internationale Anbindung für unser Land ist. Die Luftfahrt hat Rückhalt – als Voraussetzung für Wohlstand, Vernetzung und Mobilität.» Und sie betont: «Gerade für eine exportorientierte und international verflochtene Volkswirtschaft wie die Schweiz ist das von zentraler Bedeutung.»

Klare Absage an weitere Verschärfungen bei den Betriebszeiten

Besonders relevant ist der Befund zu den Betriebszeiten der Flughäfen. Knapp 80 Prozent sind gegen eine Verkürzung der Betriebszeiten. 57 Prozent der Bevölkerung halten die heutigen – im internationalen Vergleich bereits sehr strengen – Nachtruhe-Regelungen für genau richtig, 22 Prozent wollen sie abschwächen. Eine Ausweitung der Nachtflugsperre mit einem deutlich reduzierten Flugangebot findet keine Mehrheit. Die Bevölkerung spricht sich damit dezidiert gegen kürzere Betriebszeiten und für Stabilität und Verlässlichkeit aus.

Klimaschutz ja – aber international abgestimmt und ohne CO-Abgabe

Auch beim Klima ist die Botschaft der Studie deutlich. 72 Prozent sehen die Hauptverantwortung für den Klimaschutz in der Luftfahrt primär auf internationaler Ebene. 69 Prozent bevorzugen internationale Regeln statt nationale Alleingänge, um Wettbewerbsnachteile für die Schweiz zu vermeiden. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass die Bevölkerung beim Klimaschutz auf technologische Lösungen setzt: 77 Prozent halten effizientere Flugzeuge für zielführend, 71 Prozent nachhaltige Treibstoffe. CO₂-Abgaben für Flugreisen (Ticketabgaben) werden dagegen von 71 Prozent als wenig oder gar nicht wirksam eingeschätzt. Die Bevölkerung sieht also CO₂-Abgaben auf Flugtickets als unwirksam und symbolisch an, ist aber bereit, für Investitionen in klimafreundliche Treibstoffe oder Innovationen innerhalb der Luftfahrt einen moderaten Betrag zu bezahlen, sofern dies einem wirksamen Klimaschutz dient.

Aus der Studie von Sotomo leitet Aviationsuisse folgende konkrete Forderungen ab:

Die heutigen Betriebszeiten der Landesflughäfen sind gesetzlich und planerisch zu sichern. Die Bevölkerung will keine weitere Verschärfung. Das gilt insbesondere mit Blick auf die Revision des Luftfahrtgesetzes und die Absicherung des heutigen Bestands.

Die internationale Anbindung der Schweiz muss als nationales Interesse behandelt werden. Luftfahrtpolitik ist Standortpolitik. Wer Wohlstand, Exportkraft, Tourismus, Forschung und internationale Vernetzung sichern will, muss leistungsfähige Flughäfen sichern.

Kapazitätsentwicklung an den Landesflughäfen ist zu ermöglichen. Die Bevölkerung zeigt Offenheit für Infrastrukturausbau. Entwicklungsfähige Flughäfen sind kein Luxus, sondern Voraussetzung für Konnektivität und Wettbewerbsfähigkeit.

Klimapolitik in der Luftfahrt muss international abgestimmt und technologisch wirksam sein. Zusätzliche nationale Belastungen schwächen die Wettbewerbsfähigkeit, ohne das Klima wirksam zu schützen. Entscheidend sind internationale Regeln, Sustainable Aviation Fuels,
Innovation und Flottenerneuerung.

Keine Flugticketabgabe in der Luftfahrt: Zusätzliche Abgaben sind nicht wirksam und
gemäss BAZL aufgrund von möglichem Ausweichverkehr mit einer Zunahme von CO₂-Emissionen verbunden.

Drei Flughafenregionen vertieft untersucht: Zürich, Basel und Genf

Neben der schweizweiten Befragung hat Sotomo auch die drei Flughafenregionen Zürich, Basel und Genf vertieft untersucht. Dafür wurden Anwohnerinnen und Anwohner in einem Perimeter von rund fünf Kilometern um die jeweiligen Landesflughäfen sowie zusätzlich vom Fluglärm betroffene Personen befragt.

Die Resultate zeigen auch in diesen Spotlight-Regionen ein differenziertes, aber insgesamt klares Bild: Die Wohn- und Standortqualität rund um die Flughäfen wird mehrheitlich positiv bewertet, die geltenden Nachtflugregelungen finden Rückhalt, und eine weitere Einengung der Rahmenbedingungen findet auch lokal keine Legitimation.

Über die Studie

Für die von Sotomo durchgeführte Online-Befragung wurden zwischen dem 22. Januar und dem 5. Februar 2026 insgesamt 3734 Personen befragt. Darunter befanden sich 1210 Anwohnerinnen und Anwohner der Flughafenregionen Zürich, Basel und Genf. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die sprachintegrierte Wohnbevölkerung der Deutschschweiz und der französischsprachigen Schweiz ab 18 Jahren. pd           weitere Informationen: aviationsuisse.ch

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