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Swiss kam gut durchs erste Quartal – Gegenwind nimmt zu

06. Mai 2026: Swiss hat im ersten Quartal 2026 ein höheres operatives Ergebnis erzielt als im Vorjahr. Es lag bei 30 Millionen Schweizer Franken (1. Quartal 2025: 3,3 Millionen Schweizer Franken). Der Konflikt im Nahen Osten hat bei Swiss kurzfristig sogar zu mehr Nachfrage auf einzelnen Strecken geführt. Die im Vergleich zum Vorjahr aktuell fast doppelt so hohen  Treibstoffkosten wirken sich bei Swiss erst mit Verzögerung aus, die Airline erwartet dadurch eine spürbare Belastung im zweiten Quartal.

Swiss International Air Lines konnte im Zeitraum Januar bis März operative Erträge in der Höhe von 1,22 Milliarden Schweizer Franken erwirtschaften. Sie sind damit trotz eines geringeren Flugangebots um 0,3 Prozent höher ausgefallen als im Vorjahr. Dennis Weber, CFO von Swiss, erklärt: «Der März war aussergewöhnlich stark – und genau deshalb ist das Quartal nur bedingt aussagekräftig. Der Nahostkonflikt hat die Nachfrage, vor allem auf Asienrouten, spürbar angekurbelt und die Erlöse steigen lassen. Gleichzeitig sind höhere Treibstoffkosten noch nicht voll durchgeschlagen, weil sich Marktpreisveränderungen erst mit einem gewissen Zeitverzug auf unser Ergebnis auswirken. Im zweiten Quartal werden die Belastungen im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt jedoch deutlich steigen.» Weber ergänzt: «Hätten wir im März bereits die Treibstoffpreise bezahlen müssen, die wir für April und die kommenden Monate erwarten, hätte sich ein deutlich anderes Quartalsergebnis ergeben. Aktuell liegt der Kerosinpreis annähernd doppelt so hoch wie vor dem Irankrieg. Im April haben wir die Auswirkungen bereits deutlich gespürt, obwohl wir durch Preisabsicherungen (Hedging) teilweise vor steigenden Kerosinpreisen geschützt sind. Insofern müssen wir umso intensiver an den Effizienzsteigerungen und Kostenmassnahmen arbeiten, die wir bereits weit vor der Krise im Nahen Osten eingeleitet haben.»

Leicht rückläufige Verkehrsleistung bei verbesserter Auslastung

Swiss beförderte im ersten Quartal 2026 knapp 3,7 Millionen Passagiere und damit 0,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Insgesamt führte Swiss rund 29’600 Flüge durch, was einem Rückgang von 7,1 Prozent entspricht. Die angebotenen Sitzkilometer (ASK) gingen um 3,4 Prozent zurück. Die mangelnde Verfügbarkeit von Triebwerken aufgrund hoher Wartungsaufwände sowie Pilotenengpässe trugen laut Swiss dazu bei. Die verkauften Sitzkilometer (RPK) wiederum legten um 0,8 Prozent zu. Der Sitzladefaktor (SLF) verbesserte sich entsprechend um 3,4 Prozentpunkte.

Gegenwind nimmt zu – Fokus auf strukturelle Stärke

Unabhängig von aktuellen geopolitischen Entwicklungen sieht sich Swiss weiterhin mit grossen strukturellen Herausforderungen konfrontiert. Die Airline hält daher unverändert an der Umsetzung ihres Kostensparprogramms fest, das bereits vor Ausbruch des Nahostkonflikts lanciert wurde. Ziel ist es, die strukturelle Kostenbasis nachhaltig zu verbessern. Jens Fehlinger, CEO von Swiss, erklärt: «Das solide Quartalsergebnis ist das Ergebnis von harter und guter Arbeit des Swiss-Teams. Aber es lässt sich nicht einfach fortschreiben. Wir stehen weiterhin vor grundlegenden Herausforderungen in einem angespannten Umfeld: Triebwerke fehlen, unsere Produktivität ist rückläufig, der Kostendruck bleibt hoch. Beim Treibstoff sind wir mit einem massiven Preisanstieg konfrontiert. Deshalb müssen wir konsequent an uns arbeiten, um flexibel auf die volatile Weltlage zu reagieren. Wir müssen einfacher und effizienter werden. Dazu gehört auch ein neuer GAV für unsere Pilotinnen und Piloten – einer, der die Notwendigkeit, unsere Produktivität zu steigern, in Einklang bringt mit dem Wunsch unserer Kolleginnen und Kollegen im Cockpit nach mehr Planbarkeit. Daran arbeiten wir mit Hochdruck. Nur so bleiben wir langfristig wettbewerbsfähig.»

Stabile Nachfrage bei Reisen im Sommer

Mit Blick auf die bevorstehende Sommersaison zeigt sich gemäss Swiss kurzfristig eine robuste Nachfrageentwicklung. Besonders auf den Asienrouten bleibe die Nachfrage sehr hoch, was sich entsprechend in höheren Durchschnittserlösen widerspiegle. Dennoch bleibe die Lage sehr volatil, was Prognosen erschwere. CEO Fehlinger erklärt: «Wir beobachten klare Trends beim Buchungsverhalten. Immer mehr Buchungen erfolgen kurzfristig. Gleichzeitig ist die Nachfrage in den Premiumklassen weiterhin sehr hoch. Zudem nutzen vermehrt Kundinnen und Kunden von bzw. nach Asien die Angebote von Swiss»

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