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Spirit Airlines am Boden – oder noch nicht ganz?

05. Mai 2026: Es kann darüber spekuliert werden, ob Spirit Airlines ohne die aktuell hohen Kerosinpreise noch lange weitergeflogen wäre oder nicht. Fakt ist: Nach der Landung von Flug NK1833 am 2. Mai auf dem Dallas Fort Worth International Airport hat die Billigfluggesellschaft in den USA nach 34 Jahren den Flugbetrieb komplett eingestellt. Die hohen Kerosinpreise haben das Ende von Spirit Airlines – der grösste Airline-Kollaps in den USA der letzten zwei Jahrzehnte – mindestens beschleunigt

Es hat seit längerem nicht gut ausgesehen für Spirit Airlines. Gegen die vorgesehene Fusion mit Jet Blue hatte das US-Justizministerium 2024 aus wettbewerbsrechtlichen Gründen ein Veto eingelegt. Dann wurde im letzten Jahr ein Zusammenschluss mit Frontier Airlines zum Thema, doch auch dieser Plan scheiterte und Spirit Airlines kämpfte mit seiner A320-Flotte auch stark mit Problemen mit den GTF-Triebwerken von Pratt & Whitney, die zeitweise zum Grounding von zehn Prozent der Flotte führten. Spirit Airlines verfügte zuletzt über eine Flotte von rund 90 Flugzeugen der Airbus A320-Familie, darunter auch moderne A320neo und A321neo, die mehrheitlich im Besitz von Leasinggesellschaften sind.

Noch im März wurde über einen Restrukturierungsplan verhandelt. Als dann als Folge des Irankrieges die Kerosinpreise durch die Decke gingen, sah Spirit Airlines die einzige Überlebenschance in einem staatlichen Rettungsring. Doch die Staatshilfe blieb aus. Man haben sich jeden anderen Ausgang gewünscht, doch die extrem gestiegenen Treibstoffkosten hätten keine Alternative zur kompletten Einstellung des Flugbetriebs gelassen, hiess es letzte Woche von Spirit Airlines.

Das allerletzte Kapitel in der Geschichte von Spirit Airlines war Flug NK1833 am letzten Samstag noch nicht: Es formierte sich rasch Unterstützung aus Mitarbeitenden und Kunden, denen vorschwebt, die Airline zu kaufen und in so etwas wie einem Genossenschaftsmodell weiterzuführen. Bereits in den ersten Tagen nach dem Grounding hatten sie immerhin schon rund 22 Millionen US-Dollars für das Vorhaben gesammelt. Eugen Bürgler

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Quelle: SkyNews CH