Fliegen in den Alpen
Thermik, Föhn und Bergwetter-Briefing für UL-Piloten. Live-Daten aus ICON-EU, 2× täglich aktualisiert. Ergänzend zum Pflicht-Briefing — kein Ersatz für METAR/TAF und GAMET.
Sicherheitshinweis: Thermik & UL-Fliegen im Gebirge
- Konvektion ist Turbulenz: Was Gleitschirme nutzen, schüttelt ULs durch. Bei CAPE > 800 J/kg oder Lifted Index < –3 rechne mit Steig-/Sinkwerten weit über ±5 m/s, Hagel und Schauer-Cumuli, die schnell zur Cb wachsen.
- Föhn = Lee-Rotor: Bei mäßigem bis starkem Föhn entstehen am Boden ruhige Verhältnisse, im Lee der Kämme aber Rotoren mit unkontrollierbaren Gusts. Inntal und Bayerisches Alpenvorland besonders betroffen.
- Quellbewölkung: Wolkenbasis steigt bis Mittag rasch — was morgens als VFR-Kanal aussieht, kann gegen 14 Uhr durch geschlossene Cu-Decke zu IFR-Falle werden. Vorsicht beim Rückflug.
- Talwinde & Düseneffekt: An engen Talquerschnitten verdoppelt sich die Windgeschwindigkeit problemlos. Anflug auf Bergplätze nur bei Wind < 15 kt am Platz UND ruhiger Höhenströmung.
- Bestes UL-Wetter im Gebirge: Morgens vor 10 Uhr, kühle Luftmasse, schwacher Höhenwind. Nachmittags-Convection nur mit Plan-B-Platz, ausreichend Sprit und VFR-Außerhalb.
Diese Hinweise ersetzen kein offizielles Briefing. Quellen für Pflichtinformationen: DFS-Streckendokumentation, Austro Control, ENAV.
Föhn-Ampel
Live- • Starke Druckdifferenz Süd→Nord: 12.3 hPa
- • Südwind auf 3 Nordstationen
DHV-Wetter direkt
Redaktioneller Forecast vom Deutschen Gleitschirm- & Drachenflugverband — wertvolle Zweitmeinung, primär für Para/Drachen geschrieben.
DHV-Wetter Nord/Süd öffnen ↗ Austro Control GAFOR ↗Thermik & Konvektion heute
Nordalpen
HochSüdalpen
HochThermikkarte (CAPE)
Warum ein eigenes Alpen-Briefing für UL?
Der klassische METAR-/TAF-Workflow liefert dir Sichtbedingungen am Platz — was Standard-VFR-Forecast aber unterschätzt, ist die Wetterdynamik im Gebirge: Föhndurchbrüche kommen oft innerhalb von 30 Minuten, Sommerthermik wechselt zwischen blauer Konvektion und Cumulonimbus binnen einer Stunde, und der Lee-Rotor unter einem rauen Höhenwind ist auf keiner METAR sichtbar. Diese Seite fasst die für UL-Piloten relevanten Größen aus ICON-EU zusammen: CAPE als Energie für Konvektion, Lifted Index als Maß für Schichtungs-Instabilität, Wolkenuntergrenze (LCL) und Höhenwind auf 850 hPa (ca. 1500 m), der eine gute Approximation für die Lee-Strömung darstellt.
Wann fliegt es sich am besten in den Alpen?
Faustregel: ruhige Morgenstunden (Sonnenaufgang bis ca. 10:30 Lokalzeit), schwacher Höhenwind unter 25 km/h auf 850 hPa, klares Hoch über Mitteleuropa mit Bodendruck > 1020 hPa. Sobald die Quellwolkenbasis zu sinken beginnt oder CAPE über 500 J/kg steigt, gehören Bergüberflüge nicht mehr in die Tagesplanung — auch nicht „schnell mal". Im Hochsommer ist der frühe Vormittag oft das einzige sicher fliegbare Zeitfenster.