05. Juni 2026: Große Ehre für die Air Zermatt und die Rettungsspezialisten der Kantonalen Walliser Rettungsorganisation KWRO: Sie wurden heute Freitag im Bundeshaus in Bern mit der Lebensretter-Medaille der Stiftung Carnegie ausgezeichnet. Gewürdigt wurde ihr aussergewöhnlicher Einsatz am Lagginhorn Mitte Juli 2025, bei dem zwei Alpinisten in höchster Not in einer über zehnstündigen Rettungsaktion geborgen werden konnten.
Die Rettung am Lagginhorn zählt zu den aufwändigsten Rettungen der letzten Jahre. Mitte Juli 2025 gerieten zwei Alpinisten am Lagginhorn in eine lebensbedrohliche Situation. Kurz unterhalb des Gipfels wurden sie von einem plötzlichen Wetterumschwung überrascht. Sturm, dichter Nebel und Kälte machten ein selbstständiges Weiterkommen unmöglich. Die beiden Alpinisten waren erschöpft, der Rückweg war unter diesen Bedingungen nicht mehr zu bewältigen. Nach der Alarmierung begann für die Air Zermatt und die Rettungsspezialisten der KWRO ein stundenlanger Einsatz unter schwierigsten Sicht- und Wetterverhältnissen. In der Luft mussten die Crews der Air Zermatt ihre ganze Erfahrung einbringen. Am Berg waren die Rettungsspezialisten gefordert, sich in schwierigem Gelände zu bewegen. Besonders dramatisch war der Zustand einer der beiden geretteten Personen. Sie war stark unterkühlt und musste reanimiert werden.
Am 5. Juni 2026 wurden nun die über ein Dutzend Retter dieses Einsatzes in Bundesbern geehrt. In ihrer Laudatio würdigte Greta Gysin, Präsidentin der Stiftung Carnegie und Nationalrätin (Grüne), den aussergewöhnlichen Einsatz und den großen Mut der Retter am Lagginhorn. Sie hob hervor, dass ihr Handeln von Entschlossenheit und selbstloser Hilfsbereitschaft geprägt war. Unter schwierigen Bedingungen stellten sie sich in den Dienst anderer Menschen und zeigten damit eindrücklich, was Zivilcourage bedeutet.
Teamarbeit als Schlüssel zur erfolgreichen Rettung
«Diese Medaille gehört dem ganzen Team», sagt Tizian Gruber, Pilot der Air Zermatt. «Nur gemeinsam konnten wir diese Rettung schaffen.» Auch Richard Lehner, Rettungsspezialist aus Zermatt, betont die Bedeutung der Zusammenarbeit: «Am Berg zählte jeder Handgriff. Wir konnten uns voll aufeinander verlassen.» Für Rolf Trachsel, Rettungsspezialist aus Saas-Fee, steht fest: «Es brauchte alle Beteiligten. Nur so konnten wir die beiden Alpinisten retten.»
Die Carnegie-Stiftung für Lebensretter wurde 1912 von Andrew Carnegie gegründet. Sie zeichnet Menschen aus, die unter Gefahr für das eigene Leben oder die eigene Gesundheit andere Menschen retten. In der Schweiz gehört die Lebensretter-Medaille der Stiftung Carnegie zu den bedeutenden Auszeichnungen für aussergewöhnliche Rettungstaten.
Im Alpha Zulu Podcast schildern die Retter den Einsatz am Lagginhorn: Alpha Zulu Podcast zur aussergewöhnlichen Rettung

Dramatische Szenen bei der Rettung am Lagginhorn. Foto Air Zermatt
Der Beitrag Ehrung für Zermatter Bergretter im Bundeshaus erschien zuerst auf Sky News.