13. Oktober 2026: Bis zu fünf Stunden Wartezeit an der Grenzkontrolle, das ist eine Folge der Einführung des Entry/Exit Systems der EU, das von Drittstaatenangehörigen die Registrierung ihrer biometrischen Daten bei der Grenzkontrolle verlangt. Der europäische Flughafenverband ACI Europe und Airlines for Europe (A4E), der grösste Airline-Verband Europas, fordern heute sofortige Änderungen am Einreise-/Ausreisesystem (Entry/Exit System, EES) um größere Störungen des Reiseverkehrs im Schengenraum zu vermeiden.
Fast sechs Monate nach der vollständigen Einführung des EES seien die Wartezeiten nach wie vor inakzeptabel hoch, haben der Flughafenverband ACI Europe und der Airlineverband A4E heute in einer Mitteilung festgehalten. Zu Spitzenverkehrszeiten erreichten sie in extremen Fällen bis zu fünf Stunden, mehr als zwei Stunden Wartezeit komme regelmäßig vor. Dies geschehe trotz erheblicherAnstrengungen der Grenzschutzbehörden, die dabei von den Flughäfen umfassend unterstützt würden. Der Druck sei auch für das Grenzschutzpersonal und Flughafenmitarbeitende stark gestiegen, auch bei den Fluggesellschaften wachse der Druck, da es immer wieder vorkomme, dass Anschlussflüge verpasst werden.
Grund dafür sind laut ACI Europe und A4E strukturellen Schwachstellen verantwortlich. Dazu zählten eine unzureichende Personalbesetzung bei den Grenzkontrollen, Instabilitäten der IT-Systeme, auf denen das EES basiere, die nach wie vor begrenzte Verfügbarkeit und Nutzung von Self-Service-Kiosken und automatisierten Grenzkontrollschleusen sowie die eingeschränkten Funktionen und die begrenzte Verbreitung der Vorregistrierungs-App „Travel to Europe“.
Olivier Jankovec, Generaldirektor von ACI Europe, und Ourania Georgoutsakou, Managing Director von A4E, erklärten: „Das EES hat die Sicherheit der europäischen Aussengrenzen gestärkt – das ist ein klarer Erfolg. Doch sechs Monate nach seiner vollständigenEinführung sorgt das System noch immer nicht für effiziente Grenzübertritte. Das Versprechen eines schnelleren und reibungsloseren Reisens bleibt unerfüllt. Es handelt sich längst nicht mehr um anfängliche Schwierigkeiten. Passagiere, Flughäfen und Fluggesellschaften können nicht weiterhin den Preis für vermeidbare Störungen zahlen. Es reicht nicht mehr aus, lediglich die Symptome zu bewältigen. Wir brauchen entschlossenes Handeln,um die strukturellen Probleme des EES zu beheben, seine Abläufe zu vereinfachen und effiziente Grenzübertritte sicherzustellen.“
Sechs-Punkte-Plan für ein leistungsfähiges EES
ACI Europe und A4E haben daher ein Massnahmenpaket mit sechs konkreten Vorschlägen vorgelegt. Diese sollen operative Engpässe reduzieren,biometrische Verfahren und Datenprozesse vereinfachen, die Nutzung der digitalen Vorregistrierung und automatisierter Grenzkontrollen ausweitensowie operative Flexibilität bei außergewöhnlich hohen oder anhaltend langen Wartezeiten ermöglichen.
Der Plan umfasst folgende Massnahmen:
- Abschaffung doppelter Überprüfungen („Double Verification“).
- Optimierung der biometrischen Verifizierung.
- Vermeidung doppelter EES-Profile.
- Überarbeitung und Weiterentwicklung der App und des Webportals „Travel to Europe“.
- Beschleunigung und Harmonisierung des Einsatzes automatisierter Grenzkontrollen (Automated Border Control, ABC) für Drittstaatsangehörige.
- Wiedereinführung der Möglichkeit, die biometrische Registrierung im EES bei übermässig langen Wartezeiten teilweise auszusetzen– als dauerhaft verfügbaren Flexibilitätsmechanismus.
Auch die Schweizer Flughäfen machen ihre Passagiere darauf aufmerksam, dass sich Drittstaatsangehörige bei der Grenzkontrolle mit ihren biometrischen Daten registrieren lassen müssen. Aus diesem Grund könne es an der Grenzkontrolle zu längeren Wartezeiten kommen. Für CH- und EU/EFTA-Reisende ändert sich am Grenzkontrollprozess nichts, wobei die Wartezeiten für einzelne Passagiere natürlich Abläufe im Gesamtsystem stören können. pd / eb
Der Beitrag Flughäfen und Airlines in Europa verlangen Änderungen bei Grenzkontrollen erschien zuerst auf Sky News.