Veröffentlicht am 22.05.2026 (Freitag) · Quelle: SkyNews CH · Newsroom-ID: 593242166

Diese Meldung mit dem Titel „Lufthansa Technik und Airbus arbeiten an Haifischhaut-Technologie für den A330" stammt vom 22.05.2026 und ist Teil der laufenden Berichterstattung im UL-Marktplatz Newsroom (Slug-Länge: 78 Zeichen).

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Lufthansa Technik und Airbus arbeiten an Haifischhaut-Technologie für den A330

Aktuelle Nachricht aus dem UL-Marktplatz Newsroom vom 22.05.2026 – Quelle: SkyNews CH. Lufthansa Technik und Airbus arbeiten an Haifischhaut-Technologie für den A330. xx. Mai 2026: Airbus und Lufthansa Technik nehmen ein weiteres Retrofit-Projekt in Angriff… Diese Nachricht wurde von der UL-Marktplatz Redaktion am 22.05.2026 im Newsroom veröffentlicht. Alle Hintergründe und die vollständige Meldung findest du nachfolgend.

xx. Mai 2026: Airbus und Lufthansa Technik nehmen ein weiteres Retrofit-Projekt in Angriff: Die widerstandsreduzierende Oberflächenfolie AeroShark soll künftig nicht nur auf Rumpf und Triebwerksgondeln, sondern auch auf Tragflächen und Leitwerken des Airbus A330 zum Einsatz kommen. Gelingt die Zertifizierung, könnte dies den Kraftstoffverbrauch älterer Langstreckenjets deutlich senken.

Die Kooperation konzentriert sich auf die Airbus-A330-Familie der älteren Generation, insbesondere die Modelle -200 und -300, von denen weltweit noch mehr als 1200 Flugzeuge im Einsatz stehen. Für viele Airlines bleiben diese Widebodies bis weit in die 2030er-Jahre ein wichtiger Bestandteil ihrer Langstreckenflotten. Retrofit-Lösungen zur Effizienzsteigerung gewinnen damit an Bedeutung.

Von der Haifischhaut inspiriert

AeroShark ist eine sogenannte biomimetische Technologie, die Lufthansa Technik gemeinsam mit BASF Coatings entwickelt hat. Die transparente Spezialfolie ahmt die Mikrostruktur von Haifischhaut nach. Möglich wird dies durch winzige, längs verlaufende Rillen, den sogenannten Riblets, welche die Strömung entlang der Flugzeugoberfläche beeinflussen und den Reibungswiderstand reduzieren.

Die Folie ist lediglich rund 50 Mikrometer dünn, entfaltet aber eine messbare aerodynamische Wirkung. Durch den geringeren sogenannten Skin-Friction Drag benötigt das Flugzeug im Reiseflug weniger Schub, was den Kerosinverbrauch senkt. Besonders relevant ist dieser Effekt auf Langstrecken, wo Flugzeuge viele Stunden im effizienzkritischen Cruise-Flug verbringen.

Bis zu zwei Prozent weniger Treibstoffverbrauch

Bislang wurde AeroShark vor allem auf Rümpfen und Triebwerksverkleidungen der Boeing 777 eingesetzt, mit Einsparungen von rund einem Prozent Treibstoff und CO₂-Emissionen im regulären Flugbetrieb. Mit der geplanten Erweiterung auf die Tragflächen sowie das Seiten- und Höhenleitwerk soll das Potenzial deutlich steigen. Lufthansa Technik geht davon aus, dass ein vollständig modifizierter Airbus A330 bis zu zwei Prozent Treibstoff einsparen könnte, also doppelt so viel wie eine Boeing 777.

Was nach einem kleinen Wert klingt, hat in der Luftfahrt erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen: Bereits Einsparungen im niedrigen einstelligen Prozentbereich können bei Langstreckenflugzeugen jährlich mehrere hundert Tonnen Treibstoff und entsprechend hohe Betriebskosten einsparen.

Zertifizierung technisch anspruchsvoll

Während die Beklebung des Rumpfs vergleichsweise unkompliziert ist, beeinflussen Tragflächen und Leitwerke direkt die Aerodynamik und das Flugverhalten eines Flugzeugs. Deshalb umfasst das Zertifizierungsprogramm deutlich mehr als reine Effizienztests. Airbus und Lufthansa Technik müssen unter anderem Auswirkungen auf Flugdynamik, Blitzschutz, strukturelle Belastungen, Wartung sowie flugkritische Systeme wie Flugsteuerung, Navigation und Autopilot umfassend untersuchen. Sollten die Tests die technische Machbarkeit bestätigen, würde die Modifikation Teil einer ergänzenden Musterzulassung (Supplementary Type Certificate) des Airbus 330.

Bewährte Technologie auf der Boeing 777

Was derzeit für die Airbus-A330-Familie geplant wird, ist bei Swiss auf der Tripple-7-Flotte bereits Realität. Seit Mai 2024 fliegen sämtliche zwölf Maschinen mit AeroShark. Die Swiss ist damit die erste Fluggesellschaft weltweit mit einer vollständig ausgerüsteten Langstreckenflotte. Die Technologie ist inzwischen für mehrere Varianten der Boeing 777 zertifiziert, darunter die -200ER, -300ER und F. Zu den weiteren Airlines zählen unter anderem Lufthansa Cargo, Austrian, ANA, EVA Air und Latam. pd/ts

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