19. Mai 2026: Die Schweizer Flugsicherung Skyguide ist mit einer Reihe struktureller Probleme konfrontiert die es ihr schwer machen, die Kosten für ihre Dienstleistungen vollumfänglich durch die Nutzer zu finanzieren. Nun will Skyguide die Kosten im eigenen Haus senken und prüft den Abbau von bis zu 220 Stellen bis Ende 2027 – allerdings nicht bei den Flugverkehrsleitenden.
Nach aktuellem Stand rechnet Skyguide nach eigenen Angaben mit bis zu 220 möglichen Entlassungen bis Ende 2027. Betroffen sein könnten Mitarbeitende in Dübendorf und in Genf. Nicht von diesen potenziellen Entlassungen betroffen seien die operativ tägigen Flugverkehrsleitenden. Das Unternehmen hat nun ein Konsultationsverfahren dazu eröffnet. Den mögliche Abbau will Skyguide in zwei Phasen staffeln: In einer ersten Phase von September bis November 2026 könnten bis zu 90 Mitarbeitende betroffen sein. In einer zweiten Phase zwischen Mai und Juni 2027 könnten bis zu 130 weitere Stellen wegfallen.
Hohe Personalkosten
Als Grund für diese Maßnahmen nennt Skyguide den wachsenden wirtschaftliche Druck, steigende Personal- und Systemkosten, unsichere Einnahmen, europäische Effizienzziele und komplexe interne Strukturen. Die Personalkosten lagen laut Skyguide 2025 bei rund 382 Millionen Franken bei Gesamtausgaben von 576 Millionen Franken. Skyguide sieht deshalb strukturelle Maßnahmen als notwendig an, um finanzielle Stabilität und langfristige Tragfähigkeit zu sichern. Sie will deshalb ihre Effizienz erhöhen, Komplexität abbauen und ihre Ressourcen stärker auf den Kernauftrag ausrichten: die sichere, effiziente und verlässliche Flugsicherung.
Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern
Skyguide prüft nun im Zuge des Konsultationsprozesses gemeinsam mit den Sozialpartnern und den Arbeitnehmervertretungen alle möglichen Maßnahmen, um Entlassungen zu vermeiden oder zu reduzieren. Dazu gehören weniger Neueinstellungen, Frühpensionierungen, interne Wechsel sowie ein geringerer Einsatz externer Mitarbeitenden.
Skyguide sei sich seiner sozialen Verantwortung bewusst und wolle die Auswirkungen für Mitarbeitende so gering wie möglich halten sowie deren sozialen Folgen abfedern, schreibt das Unternehmen. Skyguide hat das Konsultationsverfahren am 19. Mai 2026 eröffnet. Es dauert 30 Tage. Bis am 18. Juni 2026 können Mitarbeitende, Arbeitnehmervertretungen und Gewerkschaften Vorschläge einreichen, um Entlassungen zu vermeiden oder deren Folgen zu mildern. Anschließend entscheidet das Unternehmen über das weitere Vorgehen. pd / eb
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