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Rüstungsprogramm: Bundesrat legt Fokus auf Luftverteidigung

20. März 2026: Eine Milliarde Franken für weitere IRIS-T SLM Luftabwehrsysteme von Diehl Defence, 800 Millionen Franken für ein neues Bodluv-System kurzer Reichweite von Rheinmetall Air Defence, 30 Millionen Franken für ein Drohnenabwehrsystem und 150 Millionen für ein neues Radarsystem als TAFLIR-Ersatz – der Bundesrat beantragt mit dem heute vorgestellten Rüstungsprogramm 2026 einen umfassenden Aus- beziehungsweise Aufbau der bodengestützten Luftverteidigung. Ebenfalls im Rüstungsprogramm 2026 enthalten: Der bereits früher angekündigte Zusatzkredit, um wenigstens 30 F-35A beschaffen zu können und die Investition in die Modernisierung einer Flugzeugkaverne. Weitere 30 Millionen Franken sind für den Fähigkeitsaufbau Weltraum vorgesehen.

Wie Bundesrat Martin Pfister an der heutigen Medienkonferenz erklärte, will sich die Armee konsequent auf die wahrscheinlichsten Bedrohungen ausrichten. Diese sieht der Bundesrat in der Bedrohung durch hybride Bedrohungsformen und Angriffe aus der Distanz. Um wirksam davor schützen zu können, will der Bundesrat mit der Armeebotschaft 2028 insgesamt 2,44 Milliarden Franken in Rüstungsbeschaffungen investieren. Ein grosser Teil davon in neue Systeme der bodengestützten Luftverteidigung (Bodluv):

Bodluv-System mittlerer Reichweite – Anschlussbeschaffung (Investition 1000 Mio. CHF)

Das System IRIS-T SLM des deutschen Rüstungsunternehmens Diehl Defence GmbH & Co. KG soll vor allem eingesetzt werden, um in allen Lagen taktische Drohnen, Marschflugkörper und Kampfflugzeuge abzuwehren. Die zu beschaffenden Feuereinheiten und Lenkwaffen entsprechen denjenigen Typen, die die Armee bereits bestellt hat. Der Bundesrat will zusätzliche Systeme und zusätzliche Munition dafür beschaffen, um grössere Räume schützen zu können und die Durchhaltefähigkeit zu verbessern. Auch die zusätzlichen IRIS-T SLM sollen über die European Sky Shield Initiative (ESSI) beschafft werden.

Bodengestützte Luftverteidigung kleiner Reichweite (Investition 800 Mio. CHF)

Für die Luftverteidigung im Nahbereich soll ein Luftabwehrsystem der in der Schweiz ansässigen Rheinmetall Air Defence AG beschafft werden. Es soll aus einem 35mm-Flugabwehrgeschütz bestehen, das sich auf Lastwagen montieren lässt, damit es teilmobil einsetzbar ist. Eine Revolverkanone soll verschiedene Munitionstypen verschiessen können. Das neue System soll teilmobil sein und es Gegnern verunmöglichen oder zumindest erschweren, den unteren Luftraum zu nutzen. Es wird eingesetzt, um kritische Infrastrukturen ziviler und militärischer Art wie Kraftwerke, Flugplätze und Armeelogistikcenter vor Angriffen aus der Luft zu schützen. Mit dem System können insbesondere auch Drohnen bekämpft werden.

Abwehr Minidrohnen (Investition 30 Mio. CHF)

Beantragt wird ein verlegbares Abwehrsystem, um Mini-Drohnen zu detektieren und abzuwehren. Es soll modular aufgebaut sein, um es für unterschiedliche Einsätze nutzen und an künftige Erfordernisse anpassen zu können. Das Abwehrsystem soll hauptsächlich aus verschiedenartigen Sensoren, Kontrolleinheiten und Effektoren bestehen. Diese erfassen, identifizieren und neutralisieren die Mini-Drohnen. Dafür kommen unter anderem elektromagnetische Wellen oder Radar infrage.

Teilmobiles Radar als TAFLIR-Ersatz (Investition 150 Mio CHF)

Um Bedrohungen aus der Distanz früh erkennen und bekämpfen zu können, will die Armee ein modernes und einsatzerprobtes Radarsystem mit einer Reichweite von rund 200 Kilometern beschaffen. Bevorzugt wird eine teilmobile Lösung eines europäischen Herstellers. Dieses Radarsystem mittlerer Reichweite soll zum einen dazu dienen, den Luftraum zu überwachen. Zum andern soll es vor Bedrohungen aus der Luft wie Drohnen oder Raketen warnen können. Es soll kleine, schnelle und tief fliegende Ziele präzise erfassen, verfolgen und klassifizieren können. Ausserdem soll es in ein geländegängiges Trägerfahrzeug integriert sein. eb

 

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Quelle: SkyNews CH